Stochastische Kapitalmarkt-Modellierung • 3 Varianten à 1.000 Pfade

Monte-Carlo-Simulation & Finanzplanung

Warum starre Durchschnittsprognosen von Banken trügen – und wie wir mit 3.000 simulierten Marktpfaden prüfen, wie belastbar Ihr Kapital bis ins hohe Alter wirklich ist.

Die gefährliche Banken-Formel: Warum der lineare Durchschnitt trügt

Wenn Ihnen eine Bank oder ein Vermittler einen Auszahlplan vorlegt, basiert dieser fast immer auf einer linearen Hochrechnung: Man nimmt eine angenommene Durchschnittsrendite von z. B. 6 % p. a. und zieht jedes Jahr einen festen Betrag ab.

Der Denkfehler in der Praxis: An den Kapitalmärkten gibt es keine garantierten 6 % pro Jahr. Bereits in der Ansparphase muss zwingend nach Kosten, Steuern und mit realen Werten (nach Inflation) gerechnet werden. Für die Entnahmephase im Ruhestand sind starre Durchschnitte besonders gefährlich: Die Realität besteht aus Sequenzen – treffen empfindliche Markteinbrüche zu Beginn auf laufende Entnahmen, kann das fatale Folgen für den Vermögenserhalt haben (Sequence-of-Returns-Risiko).

Das Sequence-of-Returns-Risiko (Reihenfolgerisiko der Renditen)

Stellen Sie sich zwei Ruheständler vor. Beide starten mit 1.000.000 € und entnehmen jährlich 50.000 €. Beide erleben über 25 Jahre im Schnitt exakt dieselbe Marktrendite von 6 %:

  • Anleger A erwischt zu Beginn 3 starke Börsenjahre (+15 %, +12 %, +18 %) und erst spät im Ruhestand eine Krise: Sein Vermögen wächst trotz Entnahmen stabil weiter.
  • Anleger B geht in Pension und erlebt zu Beginn einen Markteinbruch (−20 %, −15 %): Weil er mitten im Tief Anteile verkaufen muss, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, schrumpft der Kapitalstock drastisch – und erholt sich später oft nicht mehr.

Vergleich der Planungsmethoden

Warum herkömmliche Hochrechnungen für die Ruhestands- und Entnahmeplanung gefährlich sind und wie eine wissenschaftliche Stochastik echte Sicherheit schafft:

Kriterium Klassische Planung von Beratern & übliche Vorsorgerechner WHITE.HEAD Monte-Carlo-Simulation
Rendite-Modell Starre lineare 6–8 % p. a. als reine Durchschnittskurve oder einfacher Schieberegler (reines Schönwetter-Modell). Stochastische Simulation mit 3.000 Pfaden (3 Varianten à 1.000 Pfade) auf Basis realer historischer Kursverläufe seit 1970.
Kosten, Steuern & Inflation Ignorieren Kosten, Steuern und vor allem die Inflation (rechnen rein nominell). Das Ergebnis liegt in Summe komplett daneben. Reale Kaufkraft: Berücksichtigt reale Produktkosten, KESt-Optimierung und die laufende Geldentwertung/Inflation.
Crash-Jahre & Entnahmerisiko Blenden Verlustjahre, Börsenkrisen und reale Volatilität völlig aus. Kein Stresstest für das Sequence-of-Returns-Risiko zu Pensionsbeginn. Stresstest für Crash-Phasen: Simuliert gezielt, wie sich Kurseinbrüche zu Beginn der Entnahmephase auswirken, und federt diese mit Cash-Puffern ab.
Ergebnis & Belastbarkeit Vollkommen unrealistisch und gefährlich: Erzeugt eine trügerische Scheinsicherheit, die im Ruhestand zum vorzeitigen Kapitalverzehr führen kann. Mathematisch belastbare Entscheidungsgrundlage: Zeigt exakt, was im Worst-Case (schlechteste 10 % & 30 %), im Median und im Best-Case passiert.

Wie wir Ihr Vermögen in der Praxis prüfen

In unserer Beratung setzen wir auf stochastische Berechnungsverfahren mit vier konkreten Prüfschritten:

1. Drei Szenario-Varianten

Wir testen Ihr Vorhaben unter unterschiedlichen Annahmen: von konservativ über moderat bis optimistisch – mit jeweils 1.000 individuellen Pfadverläufen.

2. Belastbare Entnahmeraten

Wir ermitteln, welche jährliche Entnahmehöhe Ihr Kapital selbst in ungünstigen Börsenphasen aushält, ohne vorzeitig aufgezehrt zu werden.

3. Liquiditäts- & Pufferstrategie

Damit in Baisse-Phasen keine Wertpapiere mit Verlust veräußert werden müssen, strukturieren wir gezielte Liquiditätspuffer für laufende Ausgaben.

4. Plausibilität der Zielerreichung

Schritt 4 unseres Beratungsprozesses: Bevor ein Konzept umgesetzt wird, muss die mathematische Plausibilität der Zielerreichung zweifelsfrei stehen.

Häufige Fragen zur Monte-Carlo-Analyse

Was ist der Unterschied zwischen einer normalen Bank-Finanzplanung und einer Monte-Carlo-Simulation?

Klassische Banken rechnen linear mit einer konstanten Durchschnittsrendite (z. B. jedes Jahr exakt 6 %). In der Realität schwanken Märkte stark. Eine Monte-Carlo-Simulation berechnet 1.000 unterschiedliche historische und stochastische Marktpfade in 3 Varianten, um eine robuste Ausfallwahrscheinlichkeit eines Portfolios zu ermitteln.

Was versteht man unter dem Sequence-of-Returns-Risiko im Ruhestand?

Das Reihenfolgerisiko der Renditen beschreibt die Gefahr, dass die Börsen unmittelbar zu Beginn der Entnahmephase einbrechen. Muss man in dieser Phase Anteile mit Verlust verkaufen, schrumpft die Vermögensbasis überproportional und das Kapital reicht oft nicht bis ans Lebensende. Eine stochastische Planung steuert mit Cash-Puffern und variablen Entnahmeraten dagegen.

Wie viele Pfade und Varianten werden in der Analyse simuliert?

In der Beratung modellieren wir 3 Varianten mit jeweils 1.000 stochastischen Pfaden (insgesamt 3.000 Pfade). Damit werden unterschiedliche Marktszenarien, Volatilitäten und Entnahmedynamiken auf ihre Belastbarkeit geprüft.

So erreichen Sie uns

Falls Sie an einer Finanzberatung interessiert sind, stehen wir Ihnen gerne für ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch zur Verfügung. Im persönlichen Gespräch beantworten wir Ihnen alle Ihre Fragen und helfen Ihnen herauszufinden, ob wir zueinander passen.

Wie sich unser Beratungsprozess darstellt, können Sie im Detail ⟩ hier nachlesen.

Telefon: +43 6991 7070 108
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